Datenbasis digitaler Assistenten

Sprache wird ein immer wichtigerer Bestandteil unseres Suchverhaltens. Als die ersten Suchmaschinen groß wurden, zweifelten wir als Nutzer noch an unserer Eingabe, wenn das Suchergebnis nicht unserer Vorstellung entsprach. „Du musst anders suchen“ war eine gängige Phrase und wir gewöhnten uns an mit schönen Schlagwörtern die Suchschlitze zu füttern. Heute hat sich unser Verhalten gewandelt. Liefert eine Suchmaschine nicht das gewünschte Ergebnis sind wir vom technischen System enttäuscht und zweifeln nur noch selten an unserer Eingabe.

Wenn Alexa, Siri, Google, Cortana & Co. enttäuschen

Wer am PC mit Google sucht und zufrieden ist, wird auch am Smartphone zu Google greifen. Im Browser haben wir schließlich die freie Wahl, welche Suche wir verwenden. Digitale Assistenten wie Alexa & Co. beschneiden diese freie Auswahl und greifen auf fest definierte Suchsysteme zurück, welche sich von leicht bis gar nicht ändern lassen.

Ist man beispielsweise von Google gewohnt, dass Öffnungszeiten zu meinem nächsten Supermarkt brav angezeigt werden, sieht das bei Alexa noch sehr schlecht aus. Das liegt in diesem Fall aber nicht an Alexa, sondern der Datenquelle „Yelp“. Hier sind auch die Marketer dieser Welt mitschuld, welche bisher zum Großteil die Daten brav an Google übermittelt haben, jedoch Systeme wie Yelp oft ignoriert haben, da es im deutschsprachigen Raum nicht sehr populär ist. Könnte man zumindest meinen, aber auch Siri von Apple greift auf Yelp Daten zurück.

Verstehen, woher die Daten kommen

Wir gehen regelmäßig zum Pubquiz, bei welchem wir allerhand skurrile Fragen beantworten müssen. Oft kennt jemand am Tisch die Antwort auf ganz verrückte Fragen wie „welche Dame bot ihrem Einbrecher eine Zigarre an, während er mit blutigen Händen einen Aschenbecher haltend an ihrem Bett sitzt“ (hier geben sogar die meisten Suchmaschinen auf). Natürlich bekommt die Person dann erstaunte Gesichter und ein „woher weiß man bitte sowas“ zu hören.

Seltsamerweise hinterfragen wir bei digitalen Assistenten nicht immer die Datenbasis und wundern uns dann über die Antworten.

Die größten Anbieter und ihre Datenquellen

Genug auf die Folter gespannt, hier sind die Datenquellen der derzeit am verbreitetsten digitalen Helfer:

  • Amazons Alexa (Echo, Echo Dot)
    • Allgemeine Suchanfragen, Wissensfragen: Bing
    • Lokale Suchanfragen wie Öffnungszeiten: Yelp
  • Apples Siri (iPhone, iPad, Homepod,…)
    • Allgemeine Suchanfragen, Wissensfragen: Bing
    • Lokale Suchanfragen wie Öffnungszeiten: Yelp
  • Microsofts Cortana (Windows 10, Smartphone App)
    • Allgemeine Suchanfragen, Wissensfragen: Bing
    • Lokale Suchanfragen wie Öffnungszeiten: Yelp
  • Googles Google Assistant (Google Home, Google Suche, Smartphone App)
    • Allgemeine Suchanfragen, Wissensfragen: Google
    • Lokale Suchanfragen wie Öffnungszeiten: Google MyBusiness

Schnell wird deutlich, dass abseits von Google alle großen Anbieter auf Bing und Yelp zurückgreifen. Leider liegt Bing bei Wissensfragen deutlich hinter Google und Yelp ist im deutschsprachigen Raum nicht so sauber gepflegt wie es bei Google der Fall ist.

Suchmaschine ändern als Nutzer, Datenpflege abseits Google als Marketer

Wer derzeit qualitativere Antworten auf Wissens- und lokale Suchanfragen haben möchte, muss wohl vorerst auf Google umstellen. Bei Siri geht dies leider nicht, Cortana bietet einen Workaround und bei Alexa ist es relativ aufwändig.

Anleitungen gibt es hier: